Die Strukturen und Abläufe innerhalb eines Unternehmens sind komplex. Unterschiedliche Abteilungen und Aufgabenbereiche sind heutzutage meist über IT-basierte Systeme miteinander verknüpft. Auch in der Warenwirtschaft werden Prozesse wie die Bedarfsermittlung über ein computergestütztes System erfasst, um Arbeitsabläufe leichter und effizienter zu gestalten. Bei der Bedarfsermittlung oder auch Beschaffungsdisposition handelt es sich um ein Verfahren aus der Betriebswirtschaftslehre. Dieser Prozess orientiert sich an Zeit und Menge und ermittelt so, mit welchem zukünftigen Materialbedarf gerechnet werden kann. Um die komplexen Geschäftsprozesse eines Unternehmens erfolgreich navigieren zu können, ist es wichtig zu wissen, wie sich die unterschiedlichen Prozesse der Bedarfsermittlung zusammensetzen. Man unterscheidet zwischen vier Formen der Materialbedarfsermittlung:

  • Die programmorientierte bzw. deterministische Bedarfsermittlung
  • Die verbrauchsorientierte bzw. stochastische Bedarfsermittlung
  • Die heuristische Bedarfsermittlung
  • Die regelbasierte Bedarfsermittlung

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1. Die programmorientierte bzw. deterministische Bedarfsermittlung

Bei ersterer Methode wird der Bedarf mittels Absatz- oder Produktionsprogramm berechnet. Jenes Programm spiegelt den Primärbedarf wider. Hierfür zerlegt man das Endprodukt erst einmal in seine Einzelteile. Dabei betrachtet man Stücklisten/Rezepturen, Arbeitspläne und Teileverwendungsnachweise. Anhand dieser findet man wiederum heraus, was für ein Sekundärbedarf besteht.
Unter den Sekundärbedarf fallen alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Einzelteile und Baugruppen. Errechnet man den Sekundärbedarf, erfährt man zugleich den Bruttobedarf. Überprüft man nun die verfügbaren Lagerbestände und gleicht diese mit dem Bruttobedarf ab, kommt der Betrag des Nettobedarfs heraus.
Die programmorientierte Bedarfsermittlung hilft also in erster Linie dabei, den Sekundärbedarf mithilfe des Primärbedarfs zu ermitteln.

2. Die verbrauchsorientierte bzw. stochastische Bedarfsermittlung

Bei der verbrauchsorientierten Bedarfsermittlung erstellt man eine Prognose über die betreffenden Materialien anhand des vergangenen Verbrauchs. Man nimmt bei dieser Methode an, dass man von der vergangenen Entwicklung des Bedarfs auch auf künftige Bedarfsentwicklung schließen kann. Hierzu werden Statistiken vergangener Bedarfswerte zur Hilfe genommen und eine Zukunftsprognose unter Berücksichtigung verschiedener Komponenten ausgewertet. Auf diese Methode wird vor allem in der Konsumgüterindustrie zurückgegriffen oder wenn
programmorientierte Verfahren nicht möglich sind, was zum Beispiel bei Bedarf von Ersatzteilen der Fall ist. Auch wenn es um die Planung von geringwertigen Gütern geht, orientiert man sich an der stochastischen Bedarfsermittlung.

3. Die heuristische Bedarfsermittlung

Bei der heuristischen Bedarfsermittlung verlässt man sich auf die subjektiven Einschätzungen eines erfahrenen Experten oder Mitarbeiters. Diese Vorgehensweise eignet sich, wenn für bestimmte Teile, Baugruppen oder Produkte keine aussagekräftige Basis an Daten vorliegt. Geht es beispielsweise um die Integration neuer Teile, kann man die Daten des Vorgängers betrachten. Bei
ganzen Produkten kann man den Bedarf anhand zu erwartender Marktanteile ermitteln. Diese Methode kann jedoch sehr aufwendig sein, da man jeden einzelnen Artikel eigentlich individuell betrachten muss. Handelt es sich aber um eine große Anzahl an Teilen und Produkten, kann man sich nur auf eine grobe Schätzung verlassen. Dieser Nachteil lässt sich aber durch Sicherheitsbestände ausgleichen, die wiederum eine gewisse Lieferbereitschaft gewährleisten.

4. Die regelbasierte Bedarfsermittlung

Die regelbasierte Herangehensweise findet vor allem in der Automobilbranche Anklang. Da ein Fahrzeugmodell für gewöhnlich in mehreren Varianten erhältlich ist, beschreibt man diese einzeln in einer sogenannten Komplex-Stückliste. Den Sekundärbedarf liest man hier dann nach dem WENN-DANN-Prinzip am primären Bedarf ab. Sprich, wenn man für ein Auto eine ganz bestimmte Ausstattung auswählt, dann wählt man auch die exakt benötigten Einzelteile oder Baugruppen aus der Liste aus. Zugleich schließt dies den Bedarf anderer Teile aus, die wegen genau eines bestimmt ausgewählten Teils dann nicht mehr weiter von Nöten sind.

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