Wenn ein Lager mit immer mehr SKUs arbeiten muss, kann das zwei Dinge bedeuten. Auf der einen Seite, dass das Unternehmen erfolgsbringend gewirtschaftet hat  und es sich leisten kann, immer mehr Produkte in den Warenstand mit aufzunehmen. Auf der anderen Seite geht damit aber auch eine gesteigerte Komplexität aller Logistikprozesses einher, wenn der akzeptable Mindestbestand überschritten wird.

 

In solch einer Situation gilt es, mittels eines ausgeklügelten Bestandsmanagements kühlen Kopf zu bewahren. Das wiederum erfordert leistungsstarke und moderne Systeme, die Ihnen bei der Optimierung und Skalierung zur Seite stehen.

 

Wir von Warehousing1 haben Ihnen deshalb  hier eine Übersicht erstellt, welche Punkte Sie in Sachen SKU proliferation – wie ein Überschuss an SKUs im Englischen bezeichnet wird –  beachten sollten, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

 

SKU vs. EAN vs. UPC

 

SKUs als Barcodes zu bezeichnen, ist eigentlich falsch. Bei den Stock Keeping Units handelt es sich um Buchstaben- und Zahlenkombinationen zwischen 8 und 12 Ziffern. Diese werden meist vom ERP-System (Enterprise Resource Planning) vergeben und spiegeln Produktinformationen wie Farbe, Größe oder Lagerplatz wieder. Die SKUs sind dann wiederum in das LVS (Lagerverwaltungssystem) eingespielt, welches die Planung der Lagerungsprozesse nach ihnen ausrichtet. Das ermöglicht ein effizientes und vor allem zeitsparendes Handling mit den Waren. 

 

In der Praxis werden SKU-Codes jedoch oft mit regulären Barcodes wie EAN (European Article Number) oder UPC (Universal Product Code) verwechselt. Kein Wunder – denn der Lagerist kann alle diese Codes scannen. Im Unterschied zu EANs bzw. UPCs handelt es sich bei den SKUs um lagerspezifische, alphanumerische Codes. Das heißt, dass ein gleiches Produkt in einem anderen Lager auch mit einer anderen SKU gelabeled sein kann. 

 

Den Wert von SKUs verstehen lernen

 

Eine einfache Daumenregel – das sogenannten Paretoprinzip  bzw. die 80/20-Regel – besagt, dass nur 20 % Ihrer SKUs 80 % Ihres Umsatzes ausmachen. Die 80 %, die dadurch unverhältnismäßig lange in den Regalen bleiben, wirken sich direkt auf den Handlungsspielraum Ihres Unternehmens aus. Dazu kommt, dass diese “Langsamdreher” unter den SKUs gleichzeitig mehr Lagerfläche fordern, was wiederum höhere Lagerungskosten mit sich bringt. Ein weiterer Punkt ist, dass mehr SKUs auch in einem langsameren Kommissionier-Prozess resultieren.

 

Die eigenen lagerinternen SKUs genauer unter die Lupe zu nehmen, kann zuallererst zu einem besseren Verständnis für die Produktlage Ihres Unternehmens führen. In einer effektiven Analyse betrachten Sie folgende Punkte:

  • fast-moving vs. slow-moving vs. non-moving SKUs
  • Wie wirken sich all diese Kategorien finanziell auf ihr operatives Geschäft aus?
  • Welcher relative Anteil fällt auf welche Kategorie von SKU?

Mit der gesamten gesammelten Information können Sie im Anschluss festlegen, welche Produkte bzw. SKUs es zu eliminieren gilt bzw. welche Sie aufgrund hoher Nachfrage anderweitig auch z.B. im Marketing besonders pushen sollten. Mit flexiblen Partnern können Sie direkt und einfach skalieren und Ihre Lagerprozesse an die Produktlage anpassen.

 

Die Nachteile einer SKU proliferation

 

Da eine gesteigerte SKU-Zahl gleichzeitig auch einen gesteigerten Handlungsbedarf seitens des zuständigen Unternehmens mit sich bringt, folgt an dieser Stelle ein Überblick über alle Problempotentiale, die Unternehmen durch die proliferation entsteht. Es gilt, ein Bewusstsein für die Punkte zu schaffen, die Ihre Operations einbremsen könnten, um in Folge rasch auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen zu können. Einfache Skalierbarkeit ist hier das Zauberwort.

 

  • Gesteigerte Bearbeitungszeit der Bestellungen: Generell werden im Lager die Auftragsdurchlaufzeiten so kurz wie möglich gehalten. Das heißt, dass das Pick&Pack sowie der Versand schnellstmöglich abgewickelt werden. Wenn es jedoch zu einer schnellen Steigerung der SKU-Zahl kommt, können die Lageristen oftmals weniger effektiv handeln, gerade wenn es noch an einer verbesserten Struktur und Anordnung der Produkte mangelt. Deshalb sollte ein angepasster Warehousing-Slotting-Prozess eingeführt werden.

 

  • Verminderte Genauigkeit in der Kommissionierung: Selbstverständlich sollten die Mitarbeiter in der Kommissionierung so genau wie möglich arbeiten. Jegliche Ungenauigkeiten wie beispielsweise ein falsches Produkt im Päckchen wirken sich äußerst negativ auf die Kundenzufriedenheit aus. Daraus folgt, dass der Kunde die Bestellung in Zukunft vielleicht nicht mehr über Ihr Unternehmen abwickelt, sondern auf einen Ihrer Konkurrenten ausweicht. Abhilfe für Falschzuordnungen kann ein Verifikations-Schritt schaffen. Dabei wird abschließend überprüft, ob die korrekten Produkte kommissioniert wurden.

 

  • Gesteigerte Grundkosten in den Lagereinrichtungen: Mit einer gesteigerten SKU-Anzahl, die Ihr Lager bearbeiten muss, geht auch gleichzeitig eine Steigerung der notwendigen Gesamtlagerfläche einher. Die Rechnung ist simpel – mehr Produkte resultieren auch in einer größeren notwendigen Lagerfläche. Gerade, wenn Sie sich mit Ihrem Unternehmen noch in den Kinderschuhen befinden, können zu viele SKUs schnell Ihre Operations überfordern. Dadurch werden Sie gezwungen sein, Ihr Lager schnell zu vergrößern oder direkt in eine neue, größere und somit auch kostspieligere Lagereinrichtung umzusiedeln.

 

  • Kapital, das auf den Regalen liegen bleibt: Wenn ein Großteil Ihres Inventars zu sogenannten slow-movers zählt, bedeutet das im Umkehrschluss, dass sich Ihr Kapital auch nur langsam bewegt. Dieses Kapital könnten Sie zur selben Zeit bereits nutzen, um Ihr Business weiter nach vorne zu treiben, z.B. indem Sie Ihre Personalkosten hochschrauben und qualifizierte Mitarbeiter für Ihr Team gewinnen. Denn die Produkte, die im Lager liegen bleiben, werfen natürlich auch erst Gewinn ab, wenn sie verkauft werden und den Lagerstandort verlassen. Schwieriger verhält sich dies noch mit verderblichen Waren – hier könnten Sie das gesamte Kapital verlieren, wenn Sie das Produkt nicht verkaufen können, bevor das Haltbarkeitsdatum überschritten wird.

 

Um auf diese Nachteile bereits im Vorfeld vorbereitet zu sein, bietet es sich an, einen Lagerdienstleister an seiner Seite zu haben, der sich an all jene Eventualitäten anpassen kann. Ein kleiner Denkanstoß für all diejenigen, die in Sachen Fulfillment noch nicht über Outsourcing nachgedacht haben: Wenn Sie mittels eines externen Dienstleisters in Sachen Lagerlogistik zusammenarbeiten, kann gleichzeitig die Skalierbarkeit erleichtert werden. Sollte es also zu einer kurzfristigen SKU proliferation kommen, haben externe Logistikpartner oftmals direkt die notwendigen digitalen Kapazitäten parat.

 

Warehousing1 steht Ihrem Unternehmen an genau dieser Stelle zur Seite. Wir agieren als Schnittstelle zwischen aufstrebenden Unternehmen wie Ihnen und den Branchenexperten der Lagerlogistik. Sollten also Ihre SKU-Zahlen rasant in die Höhe schießen, können Sie über unsere innovative Plattform sofort eingreifen und Ihre Prozesse optimieren und notfalls auch direkt eine größere Lagereinrichtungen für Ihre Bedürfnisse finden. Mit über 500 Lager-Standorten sind wir in einer passende Position, auch innerhalb kürzester Zeit die passende Lösung für Sie anbieten zu können. Vereinbaren Sie doch direkt einen Termin mit einem unserer Account-Manager über das Kontaktformular und gehen Sie einen ersten Schritt in Richtung einfache Skalierbarkeit!