Eine nachhaltige Logistik der Zukunft hört nicht bei einer Minimierung der Treibhausemissionen auf, sondern fordert Fairness bereits am Beginn der Lieferkette. Wie geht es den Bauern, Arbeitern und Herstellern, die im Auftrag der Großkonzerne die Hauptarbeit leisten, damit es die Produkte schließlich bis zu uns nach Hause schaffen? 

 

Wie bereits unter anderem in der Verkehrsrundschau berichtet wurde, zählt das Thema  Nachhaltigkeit zu den Schlüsselthemen der Logistik im Jahr 2021. Mit dem neuen Lieferkettengesetz sollen deutsche Unternehmen künftig dazu verpflichtet sein, soziale und ökologische Mindeststandards entlang der Lieferkette zu sichern.

 

Was genau das für Ihr Unternehmen bedeutet, haben wir von Warehousing1 in diesem Blogpost für Sie aufgeschlüsselt.

 

Was hat es mit dem neuen Lieferkettengesetz auf sich?

 

Länderübergreifende und globale Wertschöpfungsketten sind lt. dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMV) für rund 80 % des Welthandels zuständig und bilden eine Existenzgrundlage für mehr als 450 Millionen Menschen. Als führende Industrienation hat  Deutschland  , eine große Verantwortung die eigenen Beitrag gegen einen ausbeuterischen Handel zu leisten. 

 

Wussten Sie, dass nicht nur Regierungen, sondern auch Unternehmen dazu verpflichtet sind, zur Einhaltung der Menschenrechte ihren Teil beizutragen? 

 

Deutsche Unternehmen sind also nicht nur für ihre Mitarbeiter vor Ort zuständig, sondern für sämtliche Mitarbeiter in allen Produktionsländern, wie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte aus dem Jahr 2011 statuieren. Wie der Name allerdings bereits verrät, ist das Leitbild des freien Handels zum heutigen Datum noch nicht gesetzlich bindend. 

Daher hat das BMV zusammen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Eckpunkte eines neuen, fortschrittlicheren Lieferkettengesetzes erarbeitet, das Fairness vor Profit stellt. Konkret soll das neue Lieferkettengesetz:

 

  1. eine Definition beinhalten, welchen Pflichten deutsche Unternehmen in Bezug auf die Wahrung der Menschenrechte entlang ihrer  Lieferkette nachkommen können.
  2. sicherstellen, dass Unternehmen ihre individuellen Anstrengungen dokumentieren müssen um nachweislich aufzeigen zu können, dass sie ihren Beitrag leisten.
  3. die Rechte der Arbeiter (vor allem außerhalb Deutschlands) stärken und dokumentieren, wie in Folge Schadensersatzansprüche in Deutschland geltend gemacht werden können.

 

Wieso ist ein neues Lieferkettengesetz dringend nötig?

 

Wer denkt, dass Kinder- und Zwangsarbeit passé sind, der täuscht sich leider. Im Zuge der Globalisierung wurden soziale Maßnahmen, die die Arbeiter unterstützen sollten, immer weiter in der Hintergrund gedrängt. Leider steht für viele Großkonzerne weiterhin im Vordergrund, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und möglichst viel Profit für sich selbst herauszuschlagen. Mithilfe eines neuen Lieferkettengesetzes soll diesen Missständen effektiv entgegengearbeitet werden. Die Initiative Lieferkettengesetz bringt den Nutzen eines neuen Lieferkettengesetzes für Deutschland auf den Punkt, wie der untenstehenden Grafik entnommen werden kann: 

Quelle: Initiative Lieferkettengesetz – Briefing Juni 2020

Bringt das neue Lieferkettengesetz deutschen Unternehmen einen Nachteil?

 

Einer Umfrage des BMV zufolge stimmen drei von vier Unternehmen in Deutschland für ein solches Lieferkettengesetz. Aufgrund der aktuellen Situation bedingt durch die Corona-Krise soll dieses jedoch ab Unternehmen des Mittelstands aufwärts geltend gemacht werden. Dadurch soll kleinen Unternehmern die Angst davor genommen werden, durch das Gesetz finanzielle Schäden davon zu tragen.

Da deutsche Unternehmen bereits heute für mangelndes Engagement in Sachen Fairness entlang der Supply Chain verklagt werden können, bringt das neue Lieferkettengesetz erstmals Regelungen die es Unternehmen einfacher machen zu beweisen, dass sie Ihren Pflichten nachgekommen sind. Die Antwort auf die Frage, ob deutschen Unternehmern ein Nachteil entsteht, kann im Sinne einer transparenten Wirtschaft klar verneint werden. 

 

Fazit 

 

Da die Logistikbranche als eine der umsatzstärksten Branchen zu den Big Playern in der deutschen Wirtschaft zählt, ist sie auch maßgeblich daran beteiligt, sich für faire und nachhaltige Bedingungen entlang der Lieferkette einzusetzen. Durch das kommende Lieferkettengesetz werden Eckpfeiler gesetzt, um gegen die Ausbeutung von Arbeitnehmern und menschenrechtswidrigen Arbeitsbedingungen vorzugehen. Wenn sich Logistiker mit vereinten Kräften für mehr Fairness und Nachhaltigkeit im Supply Chain Management einsetzen, können  global  auch Veränderungen stattfinden. 

 

Wir bei Warehousing1 sind stolz darauf, Partner an unserer Seite zu wissen, die sich für humanitäre Themen ebenso stark   machen, wie sie nach Effizienz und Innovation streben. Sie wollen mehr über unser Geschäftsmodell erfahren oder direkt mit uns durchstarten und Ihr Logistik-Setup auf den Prüfstand stellen? Dann freuen wir uns sehr auf einen Austausch, vereinbaren Sie dazu gerne noch heute Ihr unverbindliches Kennenlerngespräch mit einem unserer Account Manager.