Klimaschutz ist nicht erst seit gestern ein wichtiges Thema für die Logistik- und Transportindustrie und Bewegungen wie “Fridays for Future” lassen die Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit wieder aufleben. Denn Maßnahmen zum Umweltschutz sind zweifelsohne notwendig, auch wenn diese zu deutlichen Mehrkosten in der Logistik führen könnten.

 

Die ganzheitliche Transformation der Logistik zu einem klimaneutraleren Handeln lässt sich unter dem Begriff “Grüne Logistik” zusammenfassen. Darunter versteht man nachhaltige Strategien und Maßnahmen, die das Ziel haben, negative Umweltauswirkungen zu reduzieren. Idealerweise werden alle logistischen Prozesse ressourceneffizient gestaltet und sind gleichzeitig wirtschaftlich für die Unternehmen. Dabei ist es vor allem aus Unternehmenssicht wichtig, ein Gleichgewicht zwischen ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten zu finden, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Welche Ziele visiert eine Grüne Logistik an?

 

  • CO2-Emissionen: CO2-Emissionen in der Logistik sind der kritischste Faktor, den es zu bekämpfen gilt. Als erster Anhaltspunkt liefern CO2-Messungen der Logistikunternehmen geeignete Werte. Um diese präzise durchzuführen, bietet die internationale Norm UNO-EN 16258 einen Kalkulations-Maßstab, der sich zur Berechnung des Energieverbrauchs sowie Treibhausgasemissionen eignet.
  • Umweltverschmutzungen: Luft-, Boden- und Wasserverschmutzungen werden zum Teil auch durch Logistik- und Transportunternehmen ausgelöst. Diese gilt es zukünftig vermehrt zu reduzieren. 
  • Ressourcenschonender Umgang mit Verbrauchsmaterialien: Durch die grundsätzliche Wiederverwendung oder das Recycling der genutzten Verpackungen kann unnötiger Müll vermieden und Ressourcen eingespart werden.

Vor welchen Herausforderungen steht die Logistikbranche?

Die größte Herausforderung für viele Logistik- und Transportunternehmen ist die hohe Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Den mit Abstand höchsten Anteil benötigt die Transport- und Distributionslogistik, zum Beispiel für Verkehrsträger wie LKW’s, Frachtflüge oder Bahntransporte. Der Güterverkehr stößt laut einer Analyse der Bundesvereinigung Logistik  jährlich knapp 10 Mio. Tonnen CO2 und 23.000 Tonnen NO2 aus. Der zusätzliche Anstieg des E-Commerce treibt diese Werte zusätzlich in die Höhe. Lieferungen der letzten Meile im urbanen Raum, die hauptsächlich auf den Einzelhandel zurückzuführen sind, tragen ebenfalls einen beachtenswerten Teil bei – vor allem der Expressversand. Das liegt daran, dass Express-Lieferfahrzeuge nicht immer warten können, bis sie voll beladen sind und somit ineffizient aber schnell ihre Waren ausliefern müssen. Mittlerweile werden täglich mehr als 12 Millionen Pakete durch KEP’s ausgeliefert. Hinzu kommt eine fehlende Infrastruktur, mit der die Emissionsgrenzwerte eher einzuhalten wären. Denn oft sind kürzere Transportwege ressourcenschonender – die entsprechenden dezentralen Lagernetzwerke aber nicht vorhanden. Möchten Unternehmen selbst in den Ausbau einer nachhaltigeren Infrastruktur investieren, fehlt benötigtes Geld, da die logistischen Abläufe durch feste Tarife und knappe Margen reguliert werden. Auch Investitionen in digitale Innovationen, wie z.B. digitale Verwaltungssysteme oder ein neues Flottenmanagement für mehr Nachhaltigkeit sind finanziell oft nicht umsetzbar, obwohl sie für eine höhere Effizienz-Bilanz sorgen könnten. 

 

Wie kann eine klimaneutrale Logistik umgesetzt werden?

Warehousing1 hat sechs Möglichkeiten gefunden, um Unternehmen nachhaltiger zu gestalten und die Umwelt somit zukünftig zu schützen.

 

1. Umweltkriterien und Beschaffungspolitik

Ein umweltfreundliches Handeln impliziert die Beschaffung der Ressourcen nach Umweltkriterien. Benötigt ein Logistikzentrum hohe Mengen an Strom, bietet sich die Überlegung an, diesen nachhaltig zu beschaffen. Auch die Reduzierung von Plastik als Verpackungsmaterial ist heute durch vielfältige Alternativen möglich. Außerdem ermöglichen Umweltmanagementsysteme, die nach ISO 14001 zertifiziert sind, eine verbesserte Übersicht über notwendige Informationen, durch die ein vorausschauendes Handeln bzgl. Umweltschutz und Kosteneinsparungen umgesetzt werden kann. 

 

2. Prozessoptimierung

Die Transportprozesse laufen heutzutage teilweise noch sehr ineffizient ab und produzieren viele Staus und/oder Leerfahrten. Um diese Prozesse zu optimieren, ist der Einsatz von umweltfreundlichen Flottenmanagement-Systemen sinnvoll. Sie führen zu einer merklichen Senkung des Co2-Ausstoßes, sowie einer Kostenreduktion, da weniger Kraftstoff benötigt wird. Außerdem werden sie bei der Streckenoptimierung eingesetzt, denn besonders Staus haben sich in der Vergangenheit als „Klimakiller“ erwiesen. Flottenmanagementsysteme bieten im Güterverkehr auch Hinweise für ein energiesparenderes Fahren an, sodass auch die Fahrt an sich ressourcenschonender gestaltet werden kann. Da die Bundesregierung mit dem Klimaschutzplan 2050 beschlossen hat, die Verkehrsemissionen bis 2030 um 41% bis 42% (im Vergleich zu 1990) zu reduzieren, ist die Optimierung der Transportprozesse eine sinnvolle Maßnahme, um diesen Zielen entgegenzukommen. Langfristig gesehen werden Transportunternehmen auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben umsteigen müssen, um damit auch die Gebundenheit an die benötigten Brennstoffe zu unterbinden. Das gilt auch für den See- und Luftverkehr, da dieser ebenfalls in den Klimaschutzplan involviert ist. 

 

3. Kürzere Transportwege durch dezentrale Lagerung und urbane Miko-Hubs 

Durch den Einsatz von dezentralen Lagernetzwerken ist es möglich, die Transportwege zu verkürzen und Waren dadurch effizienter zu transportieren und lagern. Als vorteilhaft erweisen sich auch Mirko-Hubs. Darunter versteht man kleine Lager, die innerhalb der Städte verteilt sind. Sie ermöglichen es bis zu 23% CO2 und 25% NO2 laut BVL einzusparen. Ein netter Nebeneffekt der Mirko-Hubs und des dezentralen Lagernetzwerks sind die verkürzten Lieferzeiten, sie sich positiv auf die Kundenzufriedenheit auswirken. 

 

4. Nachhaltiger Lagerraum

Neben dem Transportverkehr fallen 13% der durch Logistik global freigesetzten Treibhausgasemissionen auf Logistikimmobilien zurück. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, hat sich die Umgestaltung zu neuen 4.0-Logistikgebäuden mittlerweile etabliert. Diese sind nach Umweltschutzmaßnahmen ausgerichtet, sodass eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gebäudes gewährleistet werde kann. Durch Zertifikate wie BREEAM lässt sich die Nachhaltigkeit der Gebäude ausrichten und bestätigen. Um weitere nachhaltige Maßnahmen zu implementieren, bieten digitale Anwendungen Möglichkeiten für weitere Veränderungen. Zum Beispiel sorgt eine vollständige Automatisierung von Lagerprozessen, sowie der Einsatz von Lagerverwaltungsystemen für eine Energiereduzierung, da Ressourcen wie Strom effizienter genutzt werden. Auch für die Lagerlogistik gibt es Möglichkeiten, zum Beispiel der Einbau von smarten Lagersystemen wie das Lagerliftsystem oder das Karusselllager mehr Platz für die Waren, sodass weniger Fläche dafür aufgewendet werden muss und Kosten gespart werden können. 

 

5. Umweltfreundliche Entsorgung

Da viel Verpackungsmüll in der Logistik anfällt, spielt auch eine umwelfreundliche Entsorgungen eine bedeutende Rolle bzgl. Nachhaltigkeit. Bestimmte Abfallsortier-Prozesse helfen hierbei, zwischen recycelbaren Materialien zu trennen und gleichzeitig Energie sparsam einzusetzen. Im Weiteren bieten die Lagerverwaltungssysteme auch Optionen, um z.B. den Papierverbrauch zu regulieren. Selbst kleinere Veränderungen können eine große Wirkung auf die Nachhaltigkeit haben und sollten daher unbedingt beachtet werden. 

 

6. Nachhaltigkeitsdenken bei Mitarbeitern fördern

Um optimale Ergebnisse zu erzielen, muss der Wandel zu mehr Umweltschutz auch in den Köpfen der Mitarbeiter und der Führungskräfte stattfinden, denn es ist als Führungsperson wichtig, das Thema Nachhaltigkeit “vor[zu]leben und zum Nachdenken an[zu]regen”. Schulungen oder Workshops helfen, ein Gespür für mehr Nachhaltigkeit zu entwickeln und die Motivation zu fördern. So kann auch der Wechsel zu klimafreundlicheren Alternativen besser verstanden und akzeptiert werden. 

Auch Warehousing1 unterstützt Nachhaltigkeit in der Logistikbranche. Warehousing1 ist umweltzertifiziert (ISO 14001), legt hohen Wert auf Nachhaltigkeit im Büroalltag und ist zudem Mitglied in der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit. Das oberste Ziel ist jedoch, durch unser innovatives Produkt Nachhaltigkeit in der Lagerlogistik langfristig zu erhöhen. So können wir durch über 500 Partnerstandorte in Deutschland und Europa dezentrale Lagernetzwerke sowie städtische Mikrohubs aufbauen und Transportwege reduzieren. Auch durch unseren digitalen Tools können Prozesse effizienter gestaltet werden. Zudem ermöglichen wir unseren Logistikpartnern, ihre Lagerhallen stärker auszulasten und ungenutzte Flächen zu vermeiden. Vereinbaren Sie gerne noch heute ein Erstgespräch, um über Ihre Möglichkeiten zu sprechen.

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