Definition & Arten von Lager-KPIs

 

Unter KPIs oder Key Performance Indicators versteht man in der Betriebswirtschaftslehre diejenigen Werte, die aufzeigen, wie effektiv Unternehmen Ihre jeweiligen Geschäftsziele erreichen. Generell kann man diese Kennzahlen in zwei Bereiche gliedern: 

 

  • Absolute Zahlen: Darunter fallen nur direkt quantifizierbare Ist-Zustände zum jeweiligen Messzeitpunkt. Das schmälert die strategische Aussagekraft der Zahlen, weshalb sie hauptsächlich der Berechnung von Verhältniszahlen dienen.
  • Verhältniszahlen: Dabei wird ein prozentualer Anteil angegeben, wodurch eine Hohe Vergleichbarkeit gegeben ist (z.B. der Anteil, den leere Lagerplätze an der gesamten Lagerfläche einnehmen).

Für beide Arten von KPIs gilt, dass es messbare Werte sein müssen, die zu jeder Zeit nachverfolgt werden können. Durch Vergleiche mit Werten aus vergangenen Messperioden werden Rückschlüsse auf den Erfolg der angewandten Geschäftsstrategie gezogen. Das heißt, dass aus den Kennzahlen direkt angibt, wie gut ein Unternehmen beim Erreichen der eigenen Ziele abschneidet. Es liegt auf der Hand, dass zumeist eine Senkung der Kosten des Lagerbestands angestrebt wird – bei stets voller Produktverfügbarkeit.

 

Warehousing1 greift an dieser Stelle die Top 7 Lager-KPIs auf und erklärt, wie diese dazu beitragen können, den Lagerbestand korrekt zu kalkulieren und Erfolg entlang der Lieferkette zu garantieren.

 

Was macht Lagerkennzahlen so wichtig?

 

Während das Thema Lager-Kennzahlen äußerst relevant für Unternehmen ist, die über Ihre eigenen Lagerstandorte verfügen, wird es mit der zunehmenden Auslagerung von Logistikprozessen mehr und mehr auch für externe Dienstleister interessant. Lagerkennzahlen sichern ab, dass die Lager-Performance optimiert werden kann und dass sich die Lagerbestände auf einem ausgeglichenen Niveau befinden – also dass es zu keinen Über- bzw. Unterbeständen kommt.

 

Nachdem gerade für Lagerbestände zahlreiche Kennzahlen definiert und festgelegt werden können, ist es nicht sinnvoll, sich an jeder einzelnen existierenden Kennzahl zu orientieren. Daher gilt es, aus der Masse die richtigen Parameter für Ihr Unternehmen herauszugreifen und in einer anschließenden Analyse auch gewinnbringend auswerten zu können. 

Außerdem kann es sinnvoll sein, für einzelne Teilbereiche Ihres operativen Geschäfts je spezifische Kennzahlen zu messen. So interessiert sich ein Supply Chain Manager für andere Werte, als es zum Beispiel für jemanden aus dem Bereich des Controlling der Fall ist. Nimmt man bereits im Vorhinein eine auswahl der Indikatoren vor, können in Folge aussagekräftigere Reports erstellt werden, die Ihrem Unternehmen dabei helfen, das eigenen Geschäftsmodell voranzutreiben.

 

Welche Aufgaben erfüllen Lagerkennzahlen konkret?

 

In der Handhabung von Lager-KPIs ist es besonders wichtig, im Vorhinein Punkte zu definieren, an denen man beispielsweise eingreifen kann, wenn die Ziele, die man sich zu einem bestimmten Quartal hin gesteckt hat, nicht erreicht werden. Dazu ist vorausgesetzt, dass die Zahlen stetig zur Prozessoptimierung herangezogen werden, um auch konkret in die Prozesse eingreifen zu können.

 

Darüber hinaus sind Kennzahlen Ansatzpunkte für Ihre Mitarbeiter, anhand derer sie abschätzen können, wie effizient sie Aufgaben umgesetzt haben. Das wirkt sich positiv auf die Arbeitsmoral aus und kann als Motivator fungieren. In weiterer Folge richtet sich das ganze Unternehmen auf Wachstum aus und ermöglicht ein zielgerichtetes Arbeiten entlang der Supply Chain.

 

Um die Kennzahlen jedoch auch nutzen zu können, benötigt Ihr Unternehmen IT-Systeme, die sekundenschnell Daten für die Auswertung liefern können. Moderne Technologien, die beispielsweise auf KI beruhen, verarbeiten auch große Datenmengen problemlos und stellen Ihnen diese als relevante Datensätze konsolidiert zur Verfügung. Als Faustregel gilt: Führen Sie Auswertungen stets unter gleichbleibenden Rahmenbedingungen durch. Das beinhaltet auch die Frequenz der Datenabfrage. Dynamische Daten wie beispielsweise die Verteilung von freien und belegten Lagerplätzen können täglich genutzt werden, um den Warenfluss zu optimieren.

 

Die Top 7 Kennzahlen Lagerbestand im Überblick

 

  • Lagerumschlagshäufigkeit

Formel = Wareneinsatz / durchschn. Lagerbestand zu Einstandspreisen

 

Diese Kennzahl gibt an, wie oft Sie Ihren Lagerbestand innerhalb des Messzeitraums umschlagen. Dabei empfiehlt sich, die Lagerumschlagshäufigkeit auf Produktebene zu betrachten. Dadurch können Lieferanten genau analysieren, wie effizient Sie Ihre Waren lagern. Eine niedrige Lagerumschlagshäufigkeit ist oft ein Indiz für SKU-Überbestände, worauf Sie mit Bestandsanpassungen reagieren sollten. Auch zu hohe Zahlen sind nicht optimal, da sie auf hohe Investitionen in Ihren Bestand hindeuten – während Sie Ihr Kapital auch anderweitig nutzen könnten, um Ihr Unternehmen auszubauen.

 

  • Vorratsintensität

Formel = RHB * 100% / Betriebsvermögen

 

Diese KPI berechnet das Verhältnis der Vorräte (in der Formel z.B. der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB)) zum Lagerumsatz.

 

  • Durchschnittlicher Lagerbestand

Formel = (Jahresanfangsbestand + 12 Monatsendbestände) / 13

 

Diese Kennzahl bildet den durchschnittlichen Lagerbestand im Laufe eines Geschäftsjahres ab und kann dabei als Mengengröße oder Wertgröße – sprich z.B. in Euro – berechnet werden. 

 

  • Lagerreichweite

Formel = durchschn. Lagerbestand / durchschnittlicher Verbrauch pro Periode

 

Diese KPI gibt an, wie lange der durchschnittliche Lagerbestand bei durchschnittlichem Verbrauch in der Messperiode ausreicht. Das bedeutet, dass Sie den Wert auch für einen bestimmten Stichtag wie z.B. einem Weihnachtsfeiertag berechnen können.

 

 

  • Durchschnittliche Wiederbeschaffungszeit [Tage]

Formel = durchschn. Auftrags-Vorbereitungszeit + durchschn. Lieferzeit + durchschn. Prüf-, Einlagerungs- und Bereitstellungszeit

 

Diese KPI gibt an, wie lange Ihr Lager für die Warenbereitstellung braucht. Dabei gilt zu beachten, dass Veränderungen im Bestand sich direkt proportional auf die beanspruchte Zeit auswirken.

 

  • Sicherheitskoeffizient

Formel = Sicherheitsbestand * 100 / durchschn. Lagerbestand

 

Der Sicherheitskoeffizient gibt das Verhältnis des Sicherheitsbestands zum durchschnittlichen Lagerbestand wieder. Daraus können Sie ablesen, um wie viel die Kapazitätsauslastung Ihres Lagers sinken darf, bevor eine kritische Grenze erreicht wird und Sie gegebenenfalls aufstocken sollten.

 

  • Lagerflächen-Nutzungsgrad

Formel = belegte Lagerfläche * 100 / insgesamt vorhandene Lagerfläche

 

Der Lagerflächen-Nutzungsgrad gibt an, welchen Anteil Ihrer Lagerfläche Sie tatsächlich zur Lagerung nutzen. Zur Veranschaulichung: Die größte Lagernutzung wird in Blocklagern ermöglicht, wo der Nutzungsgrad meist bei etwa 80 % liegt. Die übrigen 20 % fallen auf freie Gänge zwischen den Lagerflächen.

 

 

 

Fazit

 

Lagerkennzahlen sind wichtig, um einen Überblick über Ziele und deren Erreichbarkeit zu schaffen. Dabei ist es essentiell, für spezifische Geschäftsbereiche oder Abteilungen auch einen eigenen KPI-Katalog zu erstellen, um abteilungsspezifische Ziele zu tracken. Das dient dazu, um eine systematische Analyse der Kapitalbindung im Lagerbestand durchführen zu können. So verlieren Sie Ihre individuellen Ziele nicht aus den Augen und können Ihren Wachstumskurs halten. 

 

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