Auftragsposition

Eine Auftragsposition ist ein einzelner Bestandteil eines Kundenauftrags und beschreibt die Kombination aus einem bestimmten Artikel und der bestellten Menge. Auftragspositionen bilden die Grundlage dafür, wie Aufträge in Warenwirtschafts- und Lagerverwaltungssystemen strukturiert, kommissioniert und abgerechnet werden. In der Praxis werden die Begriffe Auftragsposition, Auftragszeile und Orderline meist synonym verwendet.

Wer Aufträge, Kommissionierprozesse oder Angebote von Logistikdienstleistern vergleichen möchte, sollte den Begriff der Auftragsposition kennen. Er ist eine der grundlegenden Kennzahlen, mit denen sich der Aufwand für Kommissionierung und Versand realistisch einschätzen lässt.

Erfassungsmaske für einen Auftrag mit mehreren Auftragspositionen in einem SAP-System

In Warenwirtschaftssystemen wie SAP wird jede Auftragsposition mit Artikelnummer, Menge und weiteren Angaben als eigene Zeile erfasst.

Was ist eine Auftragsposition?

Eine Auftragsposition bezieht sich immer auf genau einen Artikel beziehungsweise eine SKU (Stock Keeping Unit), unabhängig davon, welche Menge davon bestellt wurde. Enthält ein Auftrag mehrere unterschiedliche Artikel, entsteht für jeden Artikel eine eigene, separate Position.

Die Anzahl der Positionen in einem Auftrag sagt damit nichts über die insgesamt bestellte Stückzahl aus, sondern über die Vielfalt der enthaltenen Artikel. Ein Auftrag mit drei Positionen kann ebenso zehn Stück wie hundert Stück umfassen, je nachdem, wie viele Einheiten je Position bestellt wurden.

Unterschied zwischen Auftrag, Auftragsposition und Menge

Ein Auftrag ist die übergeordnete Bestellung eines Kunden und kann eine oder mehrere Positionen enthalten. Jede Position wiederum verweist auf genau einen Artikel und eine dazugehörige Menge. Diese drei Ebenen werden in Warenwirtschafts- und Lagerverwaltungssystemen üblicherweise getrennt erfasst, damit Kommissionierung, Rechnungsstellung und Auswertung eindeutig zugeordnet werden können.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Ein Auftrag enthält Position 1 mit zwei Stück eines Artikels, Position 2 mit einem Stück eines anderen Artikels und Position 3 mit fünf Stück eines dritten Artikels. Der Auftrag umfasst damit drei Positionen und insgesamt acht Einzelstücke.

Wie ist eine Auftragsposition aufgebaut?

In Warenwirtschafts- und Lagerverwaltungssystemen enthält eine Auftragsposition in der Regel mehrere feste Informationen, damit sie eindeutig identifiziert und bearbeitet werden kann.

  • Auftragsnummer, der die Position zugeordnet ist
  • Fortlaufende Positionsnummer innerhalb des Auftrags
  • Artikelnummer beziehungsweise SKU
  • Bestellte Menge der jeweiligen Position
  • Gegebenenfalls Chargen- oder Seriennummer sowie Lagerort

Diese Struktur ermöglicht es, jede Position im weiteren Ablauf einzeln zu verfolgen, etwa bei der Kommissionierung, bei Teillieferungen oder bei Rückfragen zu einzelnen Artikeln innerhalb eines Auftrags.

Status je Position

Da jede Position einzeln geführt wird, kann sie auch einen eigenen Bearbeitungsstatus besitzen. Ist ein Artikel nicht vollständig verfügbar, lässt sich beispielsweise nur eine Position zurückstellen oder als Teillieferung ausliefern, während die übrigen Positionen desselben Auftrags planmäßig kommissioniert werden.

Diese positionsbezogene Steuerung ist besonders bei Sortimenten mit schwankender Verfügbarkeit relevant, da sie verhindert, dass ein gesamter Auftrag wegen eines einzelnen fehlenden Artikels blockiert wird.

Praxisbeispiel

Ein Kunde bestellt in einem Onlineshop drei verschiedene Artikel: zwei T-Shirts, ein Paar Schuhe und fünf Paar Socken. Im Warenwirtschaftssystem wird daraus ein Auftrag mit drei Positionen erzeugt, wobei jede Position einem der drei Artikel entspricht.

Für die Kommissionierung im Lager bedeutet dies, dass drei unterschiedliche Lagerplätze angefahren werden müssen, auch wenn die Gesamtstückzahl mit acht Einzelteilen überschaubar bleibt. Ein Auftrag mit derselben Stückzahl, aber nur einer Position, ließe sich dagegen deutlich schneller kommissionieren.

Bestellt derselbe Kunde stattdessen zehn T-Shirts in derselben Größe und Farbe, entsteht dafür nur eine einzige Position mit der Menge zehn. Dieser Auftrag lässt sich trotz höherer Stückzahl in der Regel schneller bearbeiten, da nur ein Lagerplatz angefahren werden muss.

Bedeutung für Lagerlogistik, Fulfillment und E-Commerce

In der Lagerlogistik ist die Auftragsposition eine zentrale Bezugsgröße für die Kommissionierung. Lagerverwaltungssysteme erzeugen Pick-Listen häufig auf Basis einzelner Positionen, und viele Kennzahlen zur Kommissionierleistung, etwa Positionen pro Stunde, beziehen sich direkt auf diese Größe.

  • Kommissionierung und Pick-Listen-Erstellung
  • Wareneingangs- und Bestandsprüfung
  • Lagerverwaltungssysteme (WMS)
  • Versandvorbereitung und Verpackung
  • Abrechnung von Fulfillment-Leistungen

Im E-Commerce-Fulfillment unterscheidet sich die durchschnittliche Anzahl an Positionen je Auftrag je nach Sortiment und Kundenverhalten deutlich. Ein Shop mit vielen ergänzenden Artikeln verzeichnet in der Regel mehr Positionen pro Auftrag als ein Shop mit wenigen, einheitlichen Produkten.

Auch für die Abrechnung von Fulfillment-Leistungen ist die Auftragsposition relevant. Je nach Partner werden Kommissionierleistungen anhand der Anzahl an Positionen, an bearbeiteten Aufträgen oder an kommissionierten Einzelstücken berechnet.

Planungsüberlegungen

Die durchschnittliche Anzahl an Positionen pro Auftrag beeinflusst maßgeblich, wie ein Lager oder Fulfillment-Zentrum seine Kommissionierprozesse organisiert. Aufträge mit vielen Positionen erfordern in der Regel mehr Wegstrecke und Bearbeitungszeit als Aufträge mit wenigen Positionen und hoher Stückzahl je Position.

  • Durchschnittliche Positionen je Auftrag
  • Verteilung der Artikel auf Lagerbereiche und Zonen
  • Kommissionierstrategie, etwa Einzelauftrags- oder Batch-Kommissionierung
  • Personalbedarf zu Spitzenzeiten
  • Anforderungen an das eingesetzte Lagerverwaltungssystem

Wer diese Faktoren frühzeitig berücksichtigt, kann Kommissionierprozesse effizienter gestalten und den Personal- sowie Flächenbedarf realistischer planen.

Auch die Lage der Artikel innerhalb des Lagers spielt eine Rolle. Werden Artikel, die häufig gemeinsam bestellt werden, in räumlicher Nähe zueinander gelagert, verkürzt sich die Wegstrecke je Auftrag mit mehreren Positionen spürbar.

Vorteile und Grenzen

Die Auftragsposition bietet eine klare, standardisierte Struktur, um Aufträge nachvollziehbar zu erfassen und einzelne Artikel eindeutig zuzuordnen. Sie bildet zudem die Grundlage für gängige Leistungskennzahlen in der Kommissionierung.

Allein betrachtet zeigt die Anzahl der Positionen jedoch nicht, wie aufwendig ein Auftrag tatsächlich zu bearbeiten ist. Faktoren wie Artikelgewicht, Verpackungsgröße, Lagerort oder besondere Handhabungsanforderungen wirken sich zusätzlich auf den Kommissionieraufwand aus, werden durch die reine Positionsanzahl aber nicht abgebildet.

Zwei Aufträge mit gleicher Positionsanzahl können deshalb einen sehr unterschiedlichen Bearbeitungsaufwand verursachen. Ein Vergleich von Kennzahlen zur Kommissionierleistung sollte diese Einschränkung berücksichtigen und nicht ausschließlich auf der Positionsanzahl beruhen.

Worauf sollten Unternehmen beim Anbietervergleich achten?

Beim Vergleich von Fulfillment- oder Lagerdienstleistern lohnt es sich zu klären, wie Leistungen abgerechnet werden, etwa je Position, je Auftrag oder je Einzelstück. Je nach Partner kommen hier unterschiedliche Abrechnungsmodelle und Kommissionierverfahren zum Einsatz.

Ebenso relevant ist, wie das jeweilige Lagerverwaltungssystem mit komplexen Aufträgen mit vielen Positionen umgeht, welche Genauigkeit bei der Kommissionierung erreicht wird und wie transparent Positionen im Kundenportal oder in Reportings nachvollziehbar sind.

Sinnvoll ist außerdem ein Blick auf die Erfahrung des Anbieters mit dem eigenen Sortimentstyp. Ein Lager, das überwiegend positionsarme Paletten- oder Großmengenaufträge bearbeitet, ist unter Umständen anders aufgestellt als ein Fulfillment-Zentrum, das auf positionsreiche E-Commerce-Aufträge mit vielen kleinen Artikeln spezialisiert ist.

Bedeutung für Warehousing und Fulfillment

Die Auftragsposition gehört zu den grundlegenden Kennzahlen, mit denen Warehousing- und Fulfillment-Anbieter ihre Kommissionierprozesse steuern und Leistungen abrechnen. Für Unternehmen ist sie ein hilfreicher Ausgangspunkt, um den tatsächlichen Aufwand hinter einem Auftrag besser einzuschätzen und Angebote unterschiedlicher Anbieter fundierter zu vergleichen.

Warehousing1 unterstützt Unternehmen dabei, passende Lager- und Fulfillment-Partner anhand konkreter Anforderungen wie Auftragspositionen, Sortimentsgröße und Versandvolumen zu vergleichen und so eine fundierte Entscheidung zu treffen.

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