Batch-Verarbeitung: Definition und Bedeutung im Fulfillment

Batch-Verarbeitung bedeutet, dass mehrere gleichartige Vorgänge gesammelt und anschließend gemeinsam abgearbeitet werden. Der Begriff stammt vom englischen Wort „Batch“, das auf Deutsch „Stapel“ bedeutet. Deshalb wird auch von Stapelverarbeitung gesprochen. Statt jeden Auftrag einzeln zu bearbeiten, fasst ein System oder ein Mitarbeiter mehrere Vorgänge zu einem Durchgang zusammen.

Abgrenzung der Batch-Verarbeitung zur Einzelverarbeitung

Bei der Einzelverarbeitung wird jeder Auftrag sofort nach Eingang bearbeitet. Sie sammelt Aufträge dagegen zunächst, bis ein bestimmter Zeitpunkt oder eine festgelegte Menge erreicht ist. Dadurch sinkt der Aufwand pro Vorgang, weil wiederkehrende Schritte nur einmal für die gesamte Gruppe ausgeführt werden. Allerdings dauert es dadurch länger, bis ein einzelner Auftrag abgeschlossen ist.

Wie die Batch-Verarbeitung funktioniert

Zunächst werden alle passenden Aufträge oder Aufgaben in einer Warteschlange gesammelt. Anschließend startet die Verarbeitung entweder zu einem festen Zeitpunkt oder sobald eine bestimmte Anzahl erreicht ist. Danach durchlaufen alle gesammelten Vorgänge dieselben Arbeitsschritte gemeinsam. So lassen sich Ressourcen wie Personal oder Maschinen gezielter einplanen.

Praktisches Beispiel für Batch-Verarbeitung

Ein Fulfillment-Center sammelt beispielsweise alle Bestellungen, die bis 14 Uhr eingehen. Anschließend kommissioniert ein Mitarbeiter mehrere Bestellungen in einer einzigen Tour durch das Lager. Danach werden alle Versandlabels für diese Gruppe gemeinsam gedruckt. Dadurch spart der Mitarbeiter im Vergleich zur Einzelbearbeitung deutlich Zeit.

Einsatz der Batch-Verarbeitung im Fulfillment und Warehousing

Im Fulfillment kommt Batch-Verarbeitung häufig beim Kommissionieren, Verpacken oder bei der Rechnungsstellung zum Einsatz. Auch der Abgleich von Lagerbeständen läuft in vielen Systemen als Batch-Prozess, etwa einmal täglich. Ob und wie stark ein Anbieter darauf setzt, hängt außerdem je nach Partner vom eingesetzten Warenwirtschaftssystem ab.

Planungsfaktoren bei der Batch-Verarbeitung

Bei der Planung spielt vor allem die Batch-Größe eine Rolle, also die Anzahl der gesammelten Vorgänge pro Durchgang. Ebenso wichtig ist das Zeitfenster, nach dem ein neuer Durchgang gestartet wird. Größere Batches sparen zwar mehr Zeit pro Vorgang, verzögern jedoch einzelne Aufträge stärker. Deshalb muss die Batch-Größe zum gewünschten Lieferversprechen passen.

Vorteile und Grenzen der Batch-Verarbeitung

Batch-Verarbeitung bietet vor allem bei großen Mengen klare Vorteile:

  • Geringerer Aufwand pro Auftrag durch gebündelte Arbeitsschritte
  • Bessere Planbarkeit von Personal- und Maschinenkapazitäten
  • Weniger wiederkehrende Rüstzeiten zwischen einzelnen Vorgängen
  • Effizientere Auslastung von Lager- und Versandprozessen

Diesen Vorteilen stehen jedoch Grenzen gegenüber. Einzelne Aufträge warten unter Umständen auf den nächsten Durchgang, was für zeitkritische Sendungen ungünstig ist. Zudem eignet sich dieser Ansatz weniger für stark schwankende oder sehr eilige Bestellungen.

Batch-Verarbeitung als Kriterium bei der Partnerwahl

Beim Vergleich von Fulfillment-Partnern lohnt sich ein Blick auf die genutzten Batch-Zeitfenster und deren Häufigkeit pro Tag. Wichtig ist außerdem, wie ein Partner zeitkritische Aufträge außerhalb der regulären Batch-Verarbeitung behandelt. Welche Systeme und Taktungen dabei zum Einsatz kommen, unterscheidet sich je nach Partner.

Warehousing1 unterstützt Unternehmen dabei, passende Fulfillment- und Logistikpartner zu vergleichen. Das gilt auch für die genutzte Batch-Verarbeitung und deren Taktung, je nach Partner und Bestellvolumen. So finden Sie einen Anbieter, der zu Ihren Anforderungen an Geschwindigkeit und Effizienz passt.