Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: ca. 7 Minuten
Kurz zusammengefasst: Seit 15. Oktober 2026 gilt wieder die FBA-Peak-Gebühr von im Schnitt 0,27 Euro pro Artikel, dazu kommt seit April ein Treibstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 Prozent. Gleichzeitig sind die Paketgebühren seit Dezember 2025 gesunken. Für kleine, schnell drehende Artikel bleibt FBA meist günstig. Für sperrige, langsam drehende oder über mehrere Kanäle verkaufte Ware rechnet sich oft der Eigenversand über einen Fulfillment-Partner oder Seller Fulfilled Prime.
Seit dem 15. Oktober 2026 zahlen FBA-Händler in Deutschland wieder die Spitzenzeit-Gebühr: im Schnitt 0,27 Euro pro Artikel, noch bis zum 14. Januar 2027. Sie kommt zu dem Treibstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 Prozent hinzu, den Amazon seit April auf die Versandgebühren aufschlägt. Auf der anderen Seite sind die Versandgebühren für Pakete im Dezember 2025 im Schnitt um 0,32 Euro gesunken.
Die Kosten haben sich also in beide Richtungen bewegt. Für manche Artikel ist FBA heute günstiger als 2023, für andere teurer. Wer im Frühjahr ausgerechnet hat, ob sich FBA für sein Sortiment lohnt, sollte die Zahlen vor dem Weihnachtsgeschäft noch einmal prüfen. Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten, für Ihre eigenen Artikel aber ziemlich genau.
Dieser Artikel zeigt, welche Kosten Sie vergleichen müssen, für welche Produkte FBA weiterhin sinnvoll ist und wann Eigenversand über einen Fulfillment-Partner oder Seller Fulfilled Prime besser abschneidet.
Inhalt
- Was sich bei den FBA-Kosten seit 2023 geändert hat
- Welche Kosten in den Vergleich gehören und welche nicht
- Wann sich FBA lohnt
- Wann sich FBM mit einem Fulfillment-Partner rechnet
- Prime ohne Amazon-Lager: Seller Fulfilled Prime
- Das Hybrid-Modell: FBA für Topseller, externes Lager als Puffer
- Vergleichsschema zum Ausfüllen
- So entscheiden Sie vor dem Weihnachtsgeschäft, ob sich FBA lohnt
- Häufige Fragen: Lohnt sich FBA?
Was sich bei den FBA-Kosten seit 2023 geändert hat
Die erste Fassung dieses Artikels erschien im Frühjahr 2023. Seitdem hat Amazon die Gebührenstruktur mehrfach umgebaut. Für Händler in Deutschland zählen vor allem diese Änderungen aus den letzten zwölf Monaten:
- Ab 15. Dezember 2025 sanken die FBA-Versandgebühren für Pakete in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien im Schnitt um 0,32 Euro.
- Seit 5. Januar 2026 gelten die günstigeren Niedrigpreis-Tarife in den meisten Kategorien für Artikel bis 20 Euro. Für neu berechtigte Artikel sinkt die Versandgebühr laut Amazon dadurch im Schnitt um 0,45 Euro. In einigen Kategorien, etwa Beauty, Lebensmittel, Bücher und Küche, bleibt die Grenze in Deutschland bei 11 Euro. Mehrere Kategorien bekamen außerdem niedrigere Verkaufsgebühren.
- Seit 17. April 2026 erhebt Amazon einen Treibstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 Prozent auf die FBA-Versandgebühren, seit 2. Mai 2026 auch auf den Multi-Channel-Versand.
- Seit 15. Oktober 2026 und noch bis 14. Januar 2027 gilt in Deutschland die Versandgebühr für den Verkaufspeak. Übergrößen und Niedrigpreisartikel sind davon ausgenommen.
Falls Sie in Artikeln oder Foren auf einen Zuschlag von 3,5 Prozent stoßen: Dieser Satz gilt in den USA und Kanada. Für Deutschland und die übrigen europäischen Marktplätze sind es 1,5 Prozent.
Dazu kommt, dass die monatlichen Lagergebühren pro Kubikmeter von Oktober bis Dezember höher liegen als im Rest des Jahres. Wer seinen Weihnachtsbestand früh und auf einmal zu Amazon schickt, zahlt für diese Ware drei Monate lang den höheren Satz.
Welche Kosten in den Vergleich gehören und welche nicht
Viele Gebührenrechner im Netz werfen alle Amazon-Kosten in einen Topf. Das verzerrt den Vergleich. Die Verkaufsgebühr, also die Provision auf den Verkaufspreis, zahlen Sie bei FBA und bei Eigenversand gleichermaßen. Sie gehört zum Marktplatz, nicht zur Logistik, und ändert an der Entscheidung nichts.
Vergleichen sollten Sie nur, was sich mit der Fulfillment-Wahl tatsächlich ändert. Auf der FBA-Seite sind das:
- die Versandgebühr pro Einheit nach Größe und Gewicht, inklusive 1,5 Prozent Zuschlag und in der Peak-Zeit der Spitzengebühr
- die monatliche Lagergebühr pro Kubikmeter und gegebenenfalls Gebühren für Langzeitlagerung
- Kosten für Vorbereitung, Etikettierung und den Transport ins Amazon-Lager
- Kosten für Rücksendungen, soweit Amazon sie Ihnen berechnet
Beim Eigenversand über einen Fulfillment-Dienstleister stehen dem gegenüber: Lagerkosten, Pick & Pack pro Auftrag, Verpackungsmaterial, Porto beim Paketdienst und die Bearbeitung von Retouren. Welche Posten eine Fulfillment-Rechnung enthält und wovon sie abhängen, beschreibt unser Artikel zu Fulfillment-Kosten.
Ein Punkt fehlt in beiden Spalten und ist trotzdem Geld wert: das Prime-Logo. Artikel ohne Prime können auf Amazon an Sichtbarkeit und Umsatz verlieren. Wenn Sie FBA verlassen, müssen Sie entweder mit diesem Effekt rechnen oder Prime über den Verkäuferversand behalten.
Wann sich FBA lohnt
FBA rechnet sich am ehesten bei kleinen, leichten Artikeln, die schnell drehen. Die Ware liegt nur kurz im Lager, die Lagergebühr fällt kaum ins Gewicht, und die Versandgebühr für kleine Pakete ist schwer zu unterbieten. Seit Januar 2026 profitieren in den meisten Kategorien Artikel bis 20 Euro zusätzlich von den Niedrigpreis-Tarifen, für die keine Peak-Gebühr anfällt.
Sinnvoll bleibt FBA auch, wenn Amazon Ihr mit Abstand wichtigster Kanal ist und Sie keinen eigenen Shop mit nennenswertem Volumen betreiben. Dann gibt es keinen zweiten Kanal, der vom gleichen Lagerbestand profitieren würde.
Wann sich FBM mit einem Fulfillment-Partner rechnet
Die Rechnung kippt meist in einer von vier Situationen:
- Ihre Ware ist sperrig oder schwer. Übergrößen haben hohe FBA-Versandgebühren und belegen viel Lagervolumen.
- Ihre Artikel drehen langsam. Jeder Monat im Amazon-Lager kostet Geld, von Oktober bis Dezember mehr als sonst.
- Sie verkaufen über mehrere Kanäle. Wer neben Amazon einen eigenen Shop, Otto oder Kaufland beliefert, fährt mit einem gemeinsamen Bestand an einem Ort meist besser, als Ware zwischen Amazon und einem zweiten Lager aufzuteilen.
- Ihre Marke soll beim Kunden sichtbar sein. Eigene Kartons, Beilagen oder Geschenkverpackung sieht FBA nicht vor.
Mit dem Multi-Channel-Versand kann Amazon zwar auch Bestellungen aus anderen Kanälen aus dem FBA-Bestand bedienen. Seit Mai 2026 fällt dafür aber ebenfalls der Treibstoffzuschlag an, und die Pakete kommen im Amazon-Design beim Kunden an.
Prime ohne Amazon-Lager: Seller Fulfilled Prime
Mit „Prime durch Verkäufer“, international Seller Fulfilled Prime (SFP), behalten Sie das Prime-Logo und versenden trotzdem aus dem eigenen Lager oder dem Ihres Fulfillment-Partners. Das Programm war zwischen 2020 und Oktober 2023 für neue Teilnehmer geschlossen und nimmt seitdem wieder Händler auf.
Leicht ist es nicht. Vor der Freischaltung steht eine Testphase, in der Sie die Prime-Lieferversprechen bereits einhalten müssen. Danach misst Amazon laufend, ob Sie pünktlich versenden und zustellen. Das muss auch an einem Montag im Dezember klappen, wenn bei den Paketdiensten Hochbetrieb herrscht. SFP lohnt sich deshalb vor allem mit einem Lager, das feste Cut-off-Zeiten einhält und mit Paketdiensten arbeitet, die auch in der Peak Season zuverlässig abholen.
Das Hybrid-Modell: FBA für Topseller, externes Lager als Puffer
Sie müssen sich nicht für ein Entweder-oder entscheiden. Eine verbreitete Lösung: Die schnell drehenden Topseller laufen über FBA, der Rest geht per Eigenversand raus. Der Gesamtbestand liegt bei einem externen Dienstleister, der Amazon in kleineren Wellen nachbeliefert.
Das hat zwei Vorteile. Die höheren Lagergebühren im vierten Quartal zahlen Sie nur für die Menge, die wirklich bald verkauft wird. Und wenn Amazon Ihre Einlagerungsmengen begrenzt, liegt der Rest nicht bei Ihnen im Büro, sondern versandbereit im Lager. Für die Black-Friday-Woche 2026 muss Ware bis zum 21. Oktober in den europäischen Amazon-Lagern eintreffen, damit sie bei den Aktionen für die Prime-Kennzeichnung infrage kommt.
Warehousing1 vermittelt für dieses Modell Fulfillment-Partner, die Ware nach den Amazon-Vorgaben vorbereiten und an Amazon weiterleiten (Pre-FBA) sowie FBM- und SFP-Bestellungen abwickeln. Wie Sie die Kapazität Ihres Lagers vor Black Friday prüfen, zeigt unsere Kapazitäts-Checkliste für die Peak Season.
Vergleichsschema zum Ausfüllen
Rechnen Sie die folgende Tabelle für Ihre fünf umsatzstärksten Artikel und für zwei langsame Artikel durch. Die Werte für FBA finden Sie in der aktuellen Tarifübersicht und im Bericht zur Gebührenvorschau in Seller Central, die Werte für FBM im Angebot Ihres Dienstleisters. Für eine erste Schätzung der Fulfillment-Seite hilft unser Fulfillmentkosten-Rechner.
| Kostenposition pro verkaufter Einheit | FBA | FBM über Fulfillment-Partner |
|---|---|---|
| Versand / Porto | FBA-Versandgebühr lt. Größenklasse + 1,5 % Zuschlag | Porto lt. Paketdienst-Tarif |
| Peak-Aufschlag (15.10. bis 14.01.) | Spitzenzeit-Gebühr (außer Übergröße, Niedrigpreis) | ggf. Peak-Zuschlag des Paketdienstes |
| Kommissionierung und Verpackung | in der Versandgebühr enthalten | Pick & Pack + Verpackungsmaterial |
| Lagerung | Lagergebühr pro m³ × Volumen × Liegedauer (Q4 höher) | Lagerkosten pro Palette/Fach × Liegedauer |
| Vorbereitung und Transport | Prep, Etiketten, Transport ins Amazon-Lager | Anlieferung ins Lager |
| Retouren | anteilig nach Retourenquote | Retourenbearbeitung anteilig nach Retourenquote |
| Nicht in den Vergleich | Verkaufsgebühr, Grundgebühr des Verkäuferkontos | bei beiden gleich |
Liegt FBM bei einem Artikel nur knapp vorn, spricht das Prime-Logo meist für FBA oder SFP. Liegt FBM deutlich vorn, lohnt sich ein Test mit einem kleinen Teil des Sortiments.
So entscheiden Sie vor dem Weihnachtsgeschäft, ob sich FBA lohnt
Ein kompletter Wechsel mitten in der Peak Season ist selten klug. Besser stellen Sie die Rechnung jetzt für Ihre wichtigsten Artikel auf und legen zwei Dinge fest: welche Ware bis 21. Oktober zu Amazon geht und welche Sie in einem externen Lager halten. Die vollständige Umstellung planen Sie dann für Januar, wenn die Spitzenzeit-Gebühr wegfällt und die Retouren aus dem Weihnachtsgeschäft abgearbeitet sind.
Ob sich FBA für Ihr Sortiment lohnt, zeigt am Ende der Vergleich mit einem konkreten Angebot. Wenn Sie wissen möchten, was FBM oder SFP für Ihre Artikel kosten würde, holen wir für Sie Angebote passender Fulfillment-Partner ein: Pre-FBA, FBM und SFP mit Warehousing1.
FBA, FBM oder beides?
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Häufige Fragen: Lohnt sich FBA?
Lohnt sich FBA 2026 noch?
Für kleine, leichte und schnell drehende Artikel oft ja, zumal die Versandgebühren im Dezember 2025 gesenkt wurden. Für sperrige, langsam drehende oder über mehrere Kanäle verkaufte Ware ist Eigenversand über einen Fulfillment-Partner häufig günstiger.
Wie hoch ist die FBA-Peak-Gebühr 2026?
Sie gilt für Lieferungen in Deutschland vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027 und liegt im Schnitt bei 0,27 Euro pro Artikel. Übergrößen und Niedrigpreisartikel sind ausgenommen. Die genauen Beträge je Größenklasse stehen in der Tarifübersicht von Amazon.
Wie hoch ist der Treibstoffzuschlag bei FBA in Deutschland?
1,5 Prozent auf die FBA-Versandgebühren, seit 17. April 2026. Für den Multi-Channel-Versand gilt er seit 2. Mai 2026. Der oft genannte Wert von 3,5 Prozent betrifft die USA und Kanada.
Was ist der Unterschied zwischen FBA und FBM?
Bei FBA lagert und versendet Amazon Ihre Ware. Bei FBM übernehmen Sie das selbst oder beauftragen einen Fulfillment-Dienstleister. Die Verkaufsgebühr an Amazon fällt in beiden Fällen an.
Kann ich ohne FBA das Prime-Logo bekommen?
Ja, über „Prime durch Verkäufer“ (Seller Fulfilled Prime). Sie müssen eine Testphase bestehen und die Prime-Lieferversprechen dauerhaft einhalten, auch in der Hochsaison.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Wechsel von FBA zu FBM?
Nach der Peak Season, also ab Mitte Januar. Dann gelten wieder die regulären Gebühren, und Sie vermeiden Lieferengpässe während des Umzugs Ihres Bestands.


